- Maximale Vorlauftemperatur: Sollte an sehr kalten Wintertagen unter 55°C liegen.
- Heizflächendimensionierung: Große Plattenheizkörper (Typ 22 oder 33) sind zwingend erforderlich.
- Hydraulischer Abgleich: Pflichtleistung zur Optimierung der Durchflussmengen.
Lange Zeit galt das Gerücht, dass man eine Wärmepumpe nur im perfekt gedämmten Neubau mit Fußbodenheizung betreiben kann. Durch die technische Weiterentwicklung moderner Kältemaschinen und den Einsatz des Kältemittels Propan (R290) ist das Nachrüsten im Altbau heute jedoch zu einem Standardverfahren geworden. Wir vergleichen Aufwand und Kosten im Detail.
1. Thermodynamik verstehen: Vorlauftemperatur & Effizienz
Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) ausgedrückt. Je geringer der Temperaturunterschied zwischen der Außenluft und dem Heizungswasser (Vorlauftemperatur) ist, desto weniger Strom muss der Kompressor verbrauchen. Im Neubau mit Fußbodenheizung liegt die Vorlauftemperatur bei ca. 35°C (JAZ ~4.0). Im Altbau mit klassischen Heizkörpern liegt sie meist bei 50°C bis 55°C (JAZ ~3.4). Ein wirtschaftlicher Betrieb ist ab einer JAZ von 3.0 gegeben.
2. Heizkörper optimieren: Rippen- vs. Plattenheizkörper
Alte Rippenheizkörper (Gliederheizkörper) halten nur wenig Wasser und geben die Wärme fast nur durch Konvektion (Luftbewegung) ab. Sie benötigen hohe Temperaturen (65–75°C) und sind für Wärmepumpen ungeeignet. Moderne dreilagige Plattenheizkörper (Typ 33) nutzen Strahlungswärme und haben eine wesentlich größere Oberfläche, wodurch sie dieselbe Raumwärme bei 50°C Vorlauf liefern.
| Heizkörper-Typ | Bautiefe | Wärmeabgabe bei 50°C Vorlauf | Kosten inkl. Tausch |
|---|---|---|---|
| Typ 11 (1 Heizplatte) | ca. 6 cm | Gering (nur für kleine Bäume/WCs) | ca. 350 € |
| Typ 22 (2 Platten, 2 Konvektoren) | ca. 10 cm | Mittel (Standard in vielen Wohnräumen) | ca. 450 € |
| Typ 33 (3 Platten, 3 Konvektoren) | ca. 16 cm | Sehr hoch (Ideal zur Optimierung) | ca. 650 € |
3. Dämm-Maßnahmen mit hoher Hebelwirkung
Sie müssen für eine Wärmepumpe keine teure Vollwärmedämmung der Fassade durchführen. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf preisgünstige Maßnahmen mit großem Effekt:
- Dämmung der obersten Geschossdecke: Senkt den Wärmeverlust über das un beheizte Dach um ca. 15-20 %. In Eigenleistung oft für unter 1.000 € Materialkosten realisierbar.
- Dämmung der Kellerdecke: Reduziert kalte Fußböden im Erdgeschoss und senkt die Heizlast um ca. 5-8 %.
- Fensterdichtungen erneuern: Verhindert unkontrollierten Luftaustausch an kalten Wintertagen.